So funktioniert die 50/30/20-Regel
Die Regel ist einfach: Die Hälfte deines Nettoeinkommens ist für den Bedarf da, also für alles, was sein muss. 30 % sind für Wünsche, 20 % fürs Sparen. So entsteht ein grober Rahmen, ohne dass du jede Ausgabe einzeln planen musst.
Gerade am Anfang hilft das: Du siehst schnell, ob dein Geld ungefähr so fließt, wie du es willst – oder ob ein Topf alles andere verdrängt.
Beispiel
Angenommen, du hast 3.800 € netto im Monat. Nach der Regel wären 1.900 € für den Bedarf, 1.140 € für Wünsche und 760 € fürs Sparen.
Liegt deine Miete schon bei 1.300 €, bleibt im Bedarf-Topf nicht mehr viel für Nebenkosten, Versicherungen und Lebensmittel. Dann passt die Regel nicht eins zu eins – und genau das ist eine wichtige Erkenntnis. Das Beispiel ist frei gewählt.
Was gehört in welchen Topf?
Bedarf: Miete oder Rate, Nebenkosten, Strom, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität, Kinderbetreuung und Mindestraten für Kredite. Alles, was weiterläuft, auch wenn du sparen musst.
Wünsche: Restaurant, Ausgehen, Hobbys, Streaming, Urlaub, Kleidung über das Nötige hinaus. Hier liegt der Spielraum, den du selbst steuerst.
Sparen: Notgroschen, Sparpläne, Rücklagen für jährliche Ausgaben, Altersvorsorge und zusätzliche Tilgung. Rücklagen für die Versicherung im Herbst gehören also hierher – dann kommt die Jahresrechnung nie überraschend.
Wenn die Regel nicht zu dir passt
Die 50/30/20-Regel ist ein Rahmen, kein Gesetz. In Städten mit hohen Mieten, mit Kindern oder mit kleinerem Einkommen ist der Bedarf oft größer als 50 %. Dann wähle eigene Anteile – etwa 60/25/15 – und schau, ob die Zahlen besser zu deinem Leben passen.
Umgekehrt kann der Spar-Anteil höher sein, wenn du ein großes Ziel hast, etwa das Eigenkapital für eine Wohnung. Wichtig ist nur, dass die Aufteilung auch in teuren Monaten hält.
Fang ruhig mit groben Zahlen an. Ein ehrlicher Schätzwert ist besser als eine perfekte Liste, die nie fertig wird. Nach ein, zwei Monaten mit dem Kontoauszug daneben werden die Zahlen von selbst genauer.
Die Regel im Alltag nutzen
Am leichtesten hält die Regel, wenn das Geld gleich nach dem Gehaltseingang in die richtigen Töpfe fließt. Viele richten dafür einen Dauerauftrag fürs Sparen ein, der am Monatsanfang ausgeführt wird. Was dann auf dem Girokonto bleibt, ist für Bedarf und Wünsche da.
Einmal im Quartal lohnt ein kurzer Blick: Stimmen die Anteile noch? Ist eine Rechnung dazugekommen, ein Vertrag teurer geworden oder ein Ziel näher gerückt? Kleine Anpassungen sind normal – der Rahmen soll dir helfen, nicht dich einengen.
Von der Faustregel zu deinen echten Zahlen
Die Regel verteilt Prozente. Sie weiß nicht, wie hoch deine Miete ist, welche Verträge laufen oder welche Jahresrechnung im Herbst kommt. Wealthbliss rechnet deshalb anders: Erst kommen deine echten Fixkosten, dann Sparen und Rücklagen, dann deine Budgets für den Alltag. Was danach übrig bleibt, ist wirklich frei.
Plant ihr zu zweit, hilft eine gemeinsame Sicht: Welche Kosten tragt ihr zusammen, was zahlt jede Person selbst, und wie viel geht in gemeinsame Ziele? In Wealthbliss könnt ihr euren Haushalt gemeinsam planen. Private Konten bleiben dabei privat.